Thomas P. – Bruder Thomas

zeitliche Darstellung: ca. 1230

Bruder Thomas Ritterbruder des Hospitals des heiligen Johannes von Jerusalem

Thomas wurde um das Jahr 1180 im Herzogtum Österreich geboren, in einem Landstrich zwischen der Donau und den weitläufigen Wäldern westlich der Stadt Wenia (Wien).
Als Sohn eines niederen Landadeligen wuchs er nahe den Wegen und Wäldern des Landes auf. Schon in jungen Jahren lernte er die Pflichten seines Standes kennen. Er wurde im Reiten, im Umgang mit Waffen und in den Aufgaben eines Mannes unterwiesen, der Verantwortung für seine Familie, seine Gemeinschaft und jene zu tragen hatte, die seinem Schutz anvertraut waren.

Doch nicht allein der Kampf prägte seinen Lebensweg. Thomas entwickelte schon früh eine besondere Verbundenheit mit dem Land, in dem er aufwuchs. Er kannte die Wege, Übergänge und verborgenen Pfade seiner Heimat und lernte, die Zeichen der Natur zu deuten. Er verstand es, Spuren zu lesen, Gelände einzuschätzen und sich auch in unbekannter Umgebung zurechtzufinden.

Diese Fähigkeiten machten ihn zu einem wertvollen Begleiter auf Reisen und Unternehmungen. In einer Zeit, in der lange Wege beschwerlich und gefährlich waren, waren Männer gefragt, die Gefahren früh erkennen, den sichersten Weg finden und eine Gemeinschaft auch unter schwierigen Bedingungen führen konnten. Thomas wurde bekannt als ein Mann, auf dessen Urteil und Erfahrung man sich verlassen konnte.

Doch das Leben als Landadeliger und die Pflichten gegenüber seinem Besitz konnten seinen Wunsch nach einer größeren Aufgabe nicht erfüllen. Die Berichte von den Brüdern des Hospitals des heiligen Johannes von Jerusalem, ihrem Dienst an Kranken und Bedürftigen sowie ihrem Schutz der Pilger und Reisenden, erreichten auch ihn.

Die Verbindung von Glauben, Dienst und der Aufgabe, Schwächeren beizustehen, sprach Thomas an. Nach reiflicher Überlegung entschloss er sich, sein bisheriges Leben hinter sich zu lassen und sich dem Hospitalorden des heiligen Johannes von Jerusalem anzuschließen.

Im Orden fand er eine Gemeinschaft, in der seine Erfahrung, seine Entschlossenheit und sein Wille zum Dienst gebraucht wurden. Seine Kenntnis von Wegen und Gelände, seine Fähigkeit zur Orientierung und sein ruhiges Handeln in schwierigen Situationen machten ihn zu einem geschätzten Bruder.

Als Ritterbruder des Hospitals steht Thomas nun im Dienst des Ordens. Er begleitet seine Brüder auf ihren Wegen, schützt die Gemeinschaft und die ihm Anvertrauten und trägt die Verantwortung eines Mannes, der nicht nur den Umgang mit Waffen gelernt hat, sondern auch die Pflicht kennt, für andere einzustehen.

Inzwischen ist Bruder Thomas kein unerfahrener junger Kämpfer mehr. Seine Stärke liegt nicht allein in Schwert und Schild, sondern in der Erfahrung eines langen Lebensweges – als Mann des Landes, als Gefährte auf Reisen und als Bruder des Hospitals des heiligen Johannes von Jerusalem.